Einblick
Wie wir Software entwickeln
Software mit klarem Auftrag: moderne Standards, durchdachte Architektur, automatisierte Tests und echte Prüfungen. Wie wir KI einsetzen, ohne blind auf sie zu vertrauen – und warum Datenschutz bei uns im Code beginnt.
Software mit klarem Auftrag
Softwareentwicklung leidet oft unter zwei Extremen: Auf der einen Seite schwerfällige Altsysteme, die vor lauter Bürokratie erstarren. Auf der anderen Seite der aktuelle KI-Hype, in dem unfertige Prototypen als Revolution verkauft werden und ein Sprachmodell auf Probleme geworfen wird, die man mit solidem Code in zehn Zeilen zuverlässiger gelöst hätte.
Bei Micro KI+ verfolgen wir einen anderen Ansatz. Micro steht für den Rahmen: eine klar definierte Spezialaufgabe, ein fester Ablauf, Grenzen, die man auf einen Blick versteht. KI+ steht für das, was dazukommt: echte, deterministische Prüfungen statt Schätzungen – und am Ende entscheidet immer der Mensch.
Dieser Leitfaden gibt einen offenen Einblick in unsere Werkstatt: wie wir denken, welche Frameworks und Standards wir einsetzen, wie wir KI sinnvoll in Entwicklung und Betrieb einbinden, warum automatisierte Tests für uns unverhandelbar sind und wie wir Datenschutz als technisches Qualitätsmerkmal verstehen.
I. KI mit Sinn und Verstand: Deterministische Logik vor generativen Modellen
Künstliche Intelligenz ist ein herausragendes Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Einer der häufigsten Fehler moderner KI-Anwendungen besteht darin, ein Sprachmodell Dinge erraten zu lassen, die man eindeutig berechnen, abfragen oder beweisen kann.
Unsere Architektur trennt daher strikt zwischen zwei Welten:
1. Was deterministisch prüfbar ist, löst der Code
Wenn der Fake Checker einen verdächtigen Shop oder eine Nachricht analysiert, wird nicht zuerst ein Prompt formuliert. Stattdessen laufen handfeste, deterministische Prüfungen:
- DNS-Einträge, MX-Records und Nameserver-Konfigurationen
- WHOIS-Abfragen und exaktes Domain-Alter
- Erreichbarkeit von Impressums- und Kontaktseiten
- Strukturierte Abfragen gegen offizielle Register und Reputationsdatenbanken
- Header-Analysen und kryptografische Zertifikatsprüfungen
Diese Prüfungen sind binär: Ein SSL-Zertifikat ist gültig oder abgelaufen; eine Domain existiert seit drei Tagen oder seit zehn Jahren. Ein Sprachmodell kann diese Fakten nicht „besser fühlen“ – Code prüft sie in Millisekunden exakt und reproduzierbar.
2. Wo KI echten Mehrwert stiftet
Ein Sprachmodell kommt erst an der Stelle ins Spiel, an der starre Regeln an ihre Grenzen stoßen: bei unstrukturierten, menschlichen Texten und semantischen Zusammenhängen.
- Im Bewerber Tool analysiert die KI die Anforderungen einer Stellenanzeige und gleicht sie semantisch mit den Stationen eines Lebenslaufs ab, um individuelle Argumentationslinien vorzuschlagen – ohne leere Standardfloskeln.
- Im Fake Checker erkennt die KI psychologische Dringlichkeitsmuster (Scam-Motive, Social Engineering) in Betrugs-Mails oder SMS, die einfache Keyword-Filter übersehen würden.
3. KI im Entwicklungsprozess: Der Copilot am Steuer
Auch beim Bauen unserer Software nutzen wir moderne KI-Modelle wie Claude intensiv als Denk- und Programmierpartner in Cursor. Das beschleunigt Boilerplate-Code, Refactorings und das Aufspüren von Grenzfällen enorm.
Entscheidend ist dabei die Haltung: Jede Zeile generierter Code wird behandelt wie der Entwurf eines neuen Kollegen. Er wird aufmerksam gelesen, hinterfragt, an Architekturstandards gemessen und durch eigene Tests abgesichert. KI nimmt uns das Tippen ab – das Verstehen, die Architektur und die Verantwortung für das Gesamtsystem bleiben vollständig bei uns.
II. Frameworks & Standards: Handwerk statt Trend-Hopping
Langlebige Software braucht ein stabiles Fundament. Wir setzen nicht auf das jeweils neueste JavaScript-Framework der Woche, sondern auf bewährte, hochgradig standardisierte Technologien des modernen Web-Ökosystems.
Symfony & modernes PHP
Das Rückgrat unserer Anwendungen bildet PHP 8 in Kombination mit dem Symfony-Framework. Modernes PHP hat mit dem PHP früherer Tage nichts mehr gemein:
- Strikte Typisierung: Jede Datei arbeitet mit
declare(strict_types=1);. Typunsicherheiten werden zur Compile- bzw. Analysezeit abgefangen. - Dependency Injection & Clean Architecture: Saubere Trennung von Controllern, Repositories, Domain-Services und Infrastrukturkomponenten.
- PSR-Standards: Konsequente Einhaltung der Standards der PHP-FIG (PSR-1, PSR-4 für Autoloading, PSR-12 und PER Coding Style für einheitliche Code-Qualität).
Leichtgewichtiges, barrierefreies Frontend
Moderne Web-Apps sind oft überfrachtet mit Megabytes an JavaScript-Bundles, die Ladezeiten verschlechtern und Barrierefreiheit erschweren. Wir gehen bewusst den umgekehrten Weg:
- Server-Side Rendering: HTML wird sauber und semantisch auf dem Server gerendert.
- Schlanke Assets: Keine unnötigen Framework-Abhängigkeiten im Browser. Was sich mit nativem, modernem CSS (Custom Properties, Flexbox, Grid) lösen lässt, wird in CSS gelöst.
- Barrierefreiheit (Accessibility / WCAG): Jedes Element besitzt semantische HTML5-Tags, ARIA-Labels, Tastatur-Fokuszustände und ausreichende Farbkontraste. Trotz unseres ikonischen CRT-Retro-Designs mit Scanlines und Leuchtphosphor bleibt die Website für Screenreader und alternative Ausgabegeräte vollständig zugänglich.
- Strukturierte Daten: Jede Seite liefert präzise JSON-LD-Metadaten nach Schema.org, damit Suchmaschinen und externe Dienste Inhalte ohne Schätzungen erfassen können.
III. Testen als Fundament: Wenn es nicht getestet ist, ist es kaputt
In unserer Entwicklung gibt es keine manuelle „Mal kurz im Browser durchklicken und hoffen“-Mentalität. Automatisierte Tests sind bei Micro KI+ kein nachträglicher Luxus, sondern Teil jedes einzelnen Commits.
Mehrschichtige Test-Pyramide
Mit PHPUnit testen wir unsere Anwendungen auf mehreren Ebenen:
- Unit-Tests: Isolierte Tests für Geschäftslogik, Parser, Validatoren und Datenmodelle. Schnelle Rückmeldung im Millisekundenbereich.
- Funktionale Integrationstests (
WebTestCase): Vollständige Durchläufe von HTTP-Anfragen durch den Symfony-Kernel. Wir prüfen Statuscodes, Redirects, HTML-Strukturen, Meta-Tags, SEO-Canonical-Links und OpenGraph-Header. - Sicherheits- & Link-Prüfungen: Automatisierte Tests stellen sicher, dass externe Links immer mit
rel="noopener noreferrer"und im richtigen Zieltab geöffnet werden, während interne Routen sicher im gleichen Kontext navigieren.
Null Fehlertoleranz in der Pipeline
Vor jeder Veröffentlichung läuft die gesamte Test-Suite fehlerfrei durch. Ein einziger fehlschlagender Test stoppt das Release. So verhindern wir Regressionen und stellen sicher, dass neue Funktionen bestehende Werkzeuge nicht unbemerkt beeinträchtigen.
IV. Datenschutz mit Augenmaß – an den richtigen Stellen kompromisslos
Datenschutz wird im Web oft als bürokratische Last verstanden, die sich in nervigen Cookie-Bannern und unverständlichen 30-seitigen Datenschutzerklärungen entlädt. Für uns ist Datenschutz dagegen eine Kernfunktion guter Softwarearchitektur: Privacy by Design.
1. Das beste Datum ist das, das gar nicht erhoben wird
Die einfachste Form des Datenschutzes ist Datensparsamkeit. Wenn wir keine Daten speichern, können sie nicht gestohlen, geleakt oder missbraucht werden.
- Kein Tracking, keine Cookie-Banner: Wir verzichten komplett auf Google Analytics, Meta-Pixel, Conversion-Tracker oder externe Werbenetzwerke. Deshalb gibt es auf unseren Seiten auch keine aufdringlichen Cookie-Banner – schlicht, weil keine Tracking-Cookies existieren.
- Keine Account-Pflicht bei Standard-Aufgaben: Der Fake Checker kann anonym ohne Anmeldung genutzt werden. Es werden keine Nutzerprofile angelegt und keine Suchhistorien protokolliert.
- Keine dauerhafte Speicherung von Dokumenten: Im Bewerber Tool werden hochgeladene Lebensläufe und Stellenanzeigen nur flüchtig im Arbeitsspeicher verarbeitet, um das Anschreiben zu generieren, und niemals dauerhaft in einer Datenbank archiviert.
2. Standorte & Server in Deutschland und der EU
Unsere Kerninfrastruktur und Webserver stehen in Deutschland. Wir halten uns an europäische Rechtsstandards (DSGVO), nicht als Feigenblatt, sondern als gelebte Praxis.
3. Strikte No-Training-Garantie bei KI-Schnittstellen
Wenn Daten an Sprachmodelle übergeben werden müssen (etwa der Text einer verdächtigen Mail zur Prüfung), nutzen wir ausschließlich kommerzielle API-Endpunkte mit vertraglich zugesicherter Zero Data Retention bzw. striktem Ausschluss von Modell-Training. Deine Texte und Eingaben fließen niemals in das Training öffentlicher KI-Modelle ein.
4. Transparenz in normaler Sprache
Wir formulieren unsere Hinweise und Erklärungen so, dass man sie in zwei Minuten versteht. Wer Software baut, die Menschen im Alltag unterstützen soll, muss ihre Privatsphäre respektieren – nicht mit Paragrafenbergen, sondern durch klare technische Grenzen.
V. Fazit: Verlässlichkeit als höchstes Gut
Gute Software entsteht nicht durch blindes Vertrauen in künstliche Intelligenz und auch nicht durch starres Festhalten an veralteten Methoden. Sie entsteht an der Schnittstelle:
- Modernes Handwerk: Stabile Frameworks, strikte Typisierung, verlässliche Standards.
- Harte Tests: Automatisierte Sicherheit vor jedem Release.
- Gezielte KI: Smarte Unterstützung dort, wo Semantik gebraucht wird – deterministischer Code dort, wo Verlässlichkeit zählt.
- Respekt vor dem Nutzer: Echter Datenschutz und Transparenz ohne faule Kompromisse.
Dafür steht Micro KI+.
Möchtest du mehr über die einzelnen Werkzeuge erfahren? Probiere den Fake Checker oder das Bewerber Tool direkt aus – oder lies mehr über den Entwickler auf About Me.